Die Welt aus der Sicht eines Pferdes erleben. Mit der Pferdebrille könnte dies bald möglich sein. 

Das Landwirtschaftlich Bildungszentrum Echem (LBZ) arbeitet an einer Pferdebrille. Nach dem dort mit der Kuhbrille eine virtuelle Sicht auf die Wahrnehmung der Umgebung von Kühen möglich ist, soll die Technik weiterentwickelt werden. Die Gesellschaft für Pferdemedizin ist sehr daran interessiert, dass die neue Software es möglich macht, die Umgebung aus der Sicht eines Pferdes wahrzunehmen. Auch soll die akustische Wahrnehmung ergänzt werden.

Pferde nehmen ihre Umgebung anders als Menschen wahr. Bewegungen werden aus großer Entfernung deutlich früher erkannt. Denn daraus könnte eine Gefahr für die Fluchttiere entstehen und sie müssen umgehend handeln.

Die Pferdebrille kann in unterschiedlichen Bereichen der Ausbildung und Haltung von Pferden sowie in der Pferdemedizin eingesetzt werden. Grundsätzlich, um das Verhalten zu verstehen, wie wirken visuelle und auditive Eindrücke auf das Pferd. Somit können Unfälle vermieden werden, Stresssituationen abgebaut und ein tiergerechter Umgang erreicht werden.

Pferdeauge

Der/die Anwender:in setzt die Virutal-Reality-Brille auf das nach vorn gerichtete Blickfeld des Menschen erweitert sich. Pferde sehen mit ihren Augen, die seitlich sitzen bis zu 180 Grad mit Blickrichtung nach unten. Ganz schafft ein Pferd mit beiden Augen den Rundumblick nicht, da es auch aufgrund von Nüstern und Schweifrübe tote Winkel gibt. Doch das Pferd kann sich immer nach hinten absichern und auf Gefahren, die vom Boden ausgehen, sofort reagieren.

Das Sichtfeld des Pferdes ist nicht in allen Bereichen gleich. Etwa 30 Grad nach vorn werden dreidimensional gesehen, da dieser Bereich von beiden Augen (binokular) erfasst wird. Im restlichen Bereich ist räumliches Sehen durch Erlernen und Erfahrung möglich, da mit einem Auge (monokular) dreidimensionales Sehen nicht möglich ist.

Mit der Pferdebrille können dann die Objekte auch im Schärfebereich eines Pferdes gesehen werden. Denn ein Pferd sieht nicht so scharf wie ein Mensch, etwas nur 30 % davon. Nach einigen Metern werden Objekte vom Pferd nur noch verschwommen wahrgenommen. Das Pferd muss seinen Kopf in Richtung des Objektes drehen, um es zu fokussieren und scharf sehen zu können.

In der virtuellen Realität der Pferdebrille wird die Umgebung eher grau. Pferde können nur eingeschränktes Farbspektrum wahrnehmen, ähnlich wie bei einer Rot-Grün-Schwäche wo beide Farben als Grautöne erscheinen. Pferde erkennen Farben und können diese unterscheiden. Das gelingt am besten bei blau und gelb.

Die Pferdebrille ermöglicht auch die Nachbildung der akustischen Wahrnehmung. Pferde hören besser. Laut ist als beim Pferd noch lauter. Beide Ohren können unabhängig von einander auf dei Geräuschquelle gerichtet werden.

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